Wenn

Wenn ich still werde
und damit mehr sage.
Wenn sich die Tage über
meine Wahrnehmung legen
wie muffige Wolldecken
und im selben Moment
zu kurz und endlos scheinen.
Wenn wir der Distanz
zwischen uns die Hände
reichen und jene weder die
eine noch die andere ergreift.
Wenn aus Wegschauen
Indifferenz wird und daraus
wiederum Abwesenheit.
Wenn ich mich nach
jener Abwesenheit beinahe
ebenso sehr sehne wie nach
Stimmgewitter zwischen uns.
Wenn eine Berührung keinen
Graben schlägt, sich aber
ebenso wenig real anfühlt.
Wenn aus Versuch und Irrtum
nach und nach wenig mehr als
schlichte Gewohnheit wird.

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