Die Wolken scheinen schneller vorüberzuziehen, wann immer wir hier sind. Vielleicht auch, wenn wir woanders sind – bloss, dann weiss ich nichts davon. Sie stehlen sich hinter Schornsteine und an Hausfassaden vorbei, am junigewandeten Abendhimmel, der sich weigert, irgendeine andere Gestalt anzunehmen als kurz nach nachmittagshell und knapp vor eindunkelnd. Nur hier. Nur jetzt.
Man weiss nicht recht, was überwiegt: naive Hoffnung oder sture Dickköpfigkeit. Hin und wieder schmeckt beides nahezu gleich. So wandern sie leise aus meinem Blickfeld hinaus und weiter in irgendein Ungewisses, das hoffentlich weit und phantastisch und in alle Richtungen offen ist… jene kleine und grössere Wolkenfetzen, -inseln und gruppen. Als wäre es das Normalste der Welt.
Mein Blick verliert sich kurz in den Lichterketten des Balkons in der gegenüberliegenden Häuserzeile und mäandert dann weiter, an vereinzelt hell erleuchteten, aber mehrheitlich unergründlich dunklen Fenstern vorüber. Ich atme ein und lange nicht wieder aus, reisse mich los vom da draussen und wende mich hin zum hier drinnen. Dem Glas Weisswein vor mir auf dem Tisch und zwei, drei Wimpernschläge weiter hin zu deiner Silhouette im Dämmerlicht, leise lächelnd.
Hier sind wir also wieder, du und ich.
Zurück, nach all den Jahren.
Kaum verändert, könnte man meinen –
wüsste man es nicht besser.
Und doch, im Kern sind wir trotz allem…
…noch immer du und noch immer ich.
Comments
Dani
An windigen Tagen das Vorbeiziehen der Wolken zu beobachten finde ich unglaublich entspannend. Vielleicht weil es auch was Tröstliches an sich hat, denn es bewegt sich etwas. Bewegung hat ja auch immer etwas mit neuen Chancen und Veränderung zu tun. Daher […] Read MoreAn windigen Tagen das Vorbeiziehen der Wolken zu beobachten finde ich unglaublich entspannend. Vielleicht weil es auch was Tröstliches an sich hat, denn es bewegt sich etwas. Bewegung hat ja auch immer etwas mit neuen Chancen und Veränderung zu tun. Daher ist auch immer alles offen und möglich. Ich finde es aber auch schön, dass Veränderungen nicht immer gleichzusetzen sind mit einer Wesensänderung bei Menschen. Vor allem wenn ich den Menschen an sich, im Kern, lieb gewonnen habe. So wie dich ❤️ Read Less