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Emma denkt. auf Instagram
Wenn ich nicht mehr den Wunsch hege, meine Gedanken und Gefühle mit anderen zu überschreiben. Solchen, die freundlicher sind, hell und warm. Wenn da kein allgegenwärtiger Impuls mehr in mir ist, wegzulaufen – vor der inneren Unruhe, der Angst und dem Schmerz, der beiden im Schritttempo folgt. Wenn ich tatsächlich ankomme in meiner Haut, statt sie abstreifen zu wollen wie ein zu enges, unbequemes Kleidungsstück. Wenn ich endlich meine eigene Stimme erkenne, ihr aufmerksam zuhöre und wahrnehme, was sie zu sagen hat – oder zu schweigen. Ich streiche in Gedanken mit den Fingerspitzen über jahrzehntelang gewachsene und entsprechend verhärtete Schichten aus Hoffnung und Resignation und übe mich im Da- und in Bewegung bleiben.
In Gesprächen merke ich hin und wieder, dass andere davon ausgehen, das Schreiben falle mir leicht. Dass mich Worte für Situationen und Gefühlslagen finden, die sich allem ansatzweise Fassbaren in aller Regel zu entziehen scheinen. Es fällt mir nicht leicht. Worte finden mich selten. Ich mache mich auf die Suche nach ihnen, mit einer Hartnäckigkeit und Vehemenz, die ich mir selbst nicht erklären kann. Oft sitze ich da und fühle, dass da ein Text zu schreiben wäre. Ich habe bloss keine Ahnung, wie. Der Prozess von jenem ersten vagen Gefühl bis hin zum »fertigen« Text (welcher Text ist je wirklich fertig?) ist anstrengend, gepflastert mit Zweifeln und einem leise flüsternden Gefühl des Unvermögens. Manchmal ist er frustrierend, nicht selten auf die eine oder andere Weise schmerzhaft. Manche Texte, die in mir ruhen, werde ich vermutlich nie (aus mir heraus) schreiben können. Weshalb setze ich mich dennoch immer wieder hin, wühle in Gedanken und Emotionen, lege etwas in mir offen, was ich daraufhin versuche, so nachvollziehbar in Worte zu übersetzen wie möglich? Weil ich nicht anders kann. Weil mein Anspruch zu verstehen und verstanden zu werden mich antreibt, seit ich denken kann. Weil dieser Versuch einer Übersetzungsleistung – wie treffend oder nicht sie auch immer sein mag – das ist, was ich glaube, zu geben zu haben. Mir selbst und anderen.
Textarchiv
  • Dämme bauen

    Die Wochen, Monate und Jahre ziehen sich durch mich hindurch wie Flussläufe, die ihren Weg von vornherein kennen. Sie zweifeln… Weiterlesen

  • Worte finden mich selten

    In Gesprächen merke ich hin und wieder, dass andere davon ausgehen, das Schreiben falle mir leicht. Dass mich Worte für… Weiterlesen

  • Geflutet

    In mir existiert keine aktivierte Voreinstellung für die Frage danach, wie es zu leben gilt, wann immer Tage sich in… Weiterlesen

  • Alles ist anders

    Wenn ich in Gedanken Vergleiche anstelle – zwischen ihnen und mir, zwischen hier und dort, zwischen damals und heute –… Weiterlesen

  • Weite.

    Nach ungezählten Möglichkeiten und schier grenzenloser Freiheit zu schmecken vermag sie, während ihr zweikommafünf Sekunden später das nagende Gefühl von… Weiterlesen

  • Raum einnehmen

    Ich will die Abwesenheit tatsächlich stattfindender Dialoge mit dem Strudeln nie erklungener Sätze füttern, die überlaute Furcht in mir höflich… Weiterlesen