Nach(t)gedanken | Emma denkt.
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Nach(t)gedanken

Einmal mehr stehst du in einem dieser seelenlosen Clubs, betrachtest all die nicht minder beseelt wirkenden, unkontrolliert zappelnden Körper um dich herum und weißt nicht wohin mit dir. Was zur Hölle tun wir hier eigentlich und wozu? Sind wir nicht schon zu alt für diese ganze »Sehen-und-Gesehen-werden-Kiste«, das Volllabern und stolzfreie Anbiedern, den immer wieder gleichen gequirlten Mist?

Ganz offensichtlich nicht, denn du bist einmal mehr die Einzige, die aussen vor bleibt, ihrer trotzigen Abneigung merklich Ausdruck verleiht, sich mal wieder selbst zur Spassbremse hinunterstilisiert.

Es ist ja nicht so, als würdest du es darauf anlegen oder gar aktiv kämpfen für deine so leidenschaftlich empfundene Missgunst gegenüber dem allermeisten, was kollektiv Spass macht. Oder zumindest irgendwann mal als Spass definiert wurde. Auch wenn du die genervten Stimmen deiner Freunde Tage später noch leise in dir nachhallen hörst, wie sie sich im agoraphobischen Lichte von Strobo-Unheil-meets-Gin-Tonic-Paranoia darüber echauffieren, dass »du einfach mal wieder aus Prinzip mies drauf bist, alles schlecht redest und das echt mal sowas von daneben ist…«

Das alles, während du dir gerade bildhaft vorstellst, wie es wäre, wenn dir hier und jetzt die verdammte Himmelsdecke auf den Schädel stürzen und dich unter sich begraben würde und du dich hochschauen und erleichtert lächeln siehst. Was läuft bloss falsch mit dir, was ist es, dass dich stets haarscharf an der Kante zum Trübsinn durch dieses Leben preschen lässt, mit deutlich häufigerem Überschwappen als tatsächlich erträglich scheint? Ist es »falsch« oder bist das einfach du?

Alles Ansichtssache, ist man geneigt zu sagen, aber was hilft das im ewigen Kampf gegen Frau 5-Hydroxytryptamin-Mangel und Herr Minderwertigkeitskomplex?

Hin und wieder macht es dich einfach nur wütend, dieses ganze Hadern und Nölen, all die Sorgen und Nöte. Dann würde du dich am liebsten vor dir selbst aufbauen, mit verschränkten Armen und strengem Blick und dir mal was erzählen. Vom Erwachsensein oder zumindest irgendwann mal werden, von Selbstfixiertheit und Dankbarkeit. Aber eigentlich willst du das alles lieber gar nicht erst hören. Und so stehst du vermutlich auch nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr wieder in einem dieser seelenlosen Clubs oder irgendwo sonst in diesem Leben und fragst dich ratlos wie eh und je: Was zur Hölle tun wir hier eigentlich und wozu?

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