Wir treffen uns hier | Emma denkt.
67885
post-template-default,single,single-post,postid-67885,single-format-standard,eltd-core-1.1.1,audrey-ver-1.3.1,eltd-smooth-scroll,eltd-smooth-page-transitions,eltd-mimic-ajax,eltd-grid-1200,eltd-blog-installed,eltd-default-style,eltd-fade-push-text-right,eltd-header-centered,eltd-no-behavior,eltd-default-mobile-header,eltd-sticky-up-mobile-header,eltd-menu-item-first-level-bg-color,eltd-dropdown-default,eltd-,eltd-fullscreen-search eltd-search-fade,eltd-side-menu-slide-from-right,audrey,wpb-js-composer js-comp-ver-6.4.1,vc_responsive
 

Blog

Wir treffen uns hier

Wir treffen uns hier, wo Zweifel sich leise über den in den letzten Zügen liegenden Tag erheben, hier drüben, wo die Luft nach Spätsommer und Vergessen riecht. Wir sitzen nebeneinander im Gras und lassen keine Fragen offen, legen geschwiegene Worte unter für Sekundenbruchteile aufblitzende Bilder, die Augenblicke festhalten, die längst vergangen sind.

Wir halten inne, wir sitzen still. Wir belegen unsere Existenz mit Atemzügen und bloss dem Hauch einer Ahnung davon, was es tatsächlich bedeutet, am Leben zu sein. Wir gestehen uns Lücken zu, Risse – sowohl in der sichtbaren Oberfläche als auch weiter innen. Dort, wo die Zeit still steht und die Erdanziehungskraft mal unerträglich stark und mal kaum existent zu sein scheint.

Wir blicken uns an, erahnen unsere Umrisse in der fortschreitenden Dämmerung. Sie erzählen Geschichten, die nichts miteinander zu tun haben und gleichwohl unauflösbar ineinander verflochten sind. Wir sprechen der Dunkelheit um uns herum Bedeutung zu und greifen in Gedanken nach dem Licht im jeweils anderen, während wir uns in Richtung eines Himmels recken, der vor, über, in uns in Flammen auf- und wieder vergeht.

 

39+

Kommentare

  • Gabriele

    Wie wunderbar!
    Herzlichen Dank für deine poetischen Worte!
    Liebe Grüsse
    Gabriele

    1+
  • Vera

    So poetisch. Wie findest du immer diese wundervollen Worte, die ganz innige Bilder im Kopf erzeugen? Du bist eine wahre Künstlerin. Danke dafür.

    0
  • Grit

    Danke auch für diesen wunderbaren Text. Ich spüre und rieche förmlich, wie sich die Luft und das Gras anfühlen. Liebe Grüße von Grit

    0
  • Michael

    Der Augenblick, wenn die Schaukel still steht, zwischen Aufschwung und Absturz, zwischen Schwere und Losigkeit… in der Schwebe, im Herbst… Deine Worte sind das Netz im Meer der Bedeutung.

    0
  • Sigrid Schneider

    Wunderhübsch, Danke 🌷 für Deine Bilderemotionen, die Du in uns in einer famosen Farbigkeit per Worte zauberst.

    0
  • Stefan Geiger

    Ein wunderbarer Text zum Herbst! Ein wundervolles Foto dazu- was will man mehr in dieser sich verändernden Welt? Wundervoll !!! Lieben Gruß aus Berlin yours Stefan
    👌👏🙏🙏🙏❤❤👋

    0

Schreibe einen Kommentar