Ich blinzle zwischen vor mein Gesicht gelegten Fingern hindurch und betrachte den vor mir liegenden Tag als was er ist: Da. Nicht verhandelbar. Minuten reihen sich scheinbar wahllos aneinander wie Baumstämme in einem Tannenwald. Gleichförmig auf den ersten Blick, vielgestaltig auf einen gewagten zweiten.
Da sind so viele offene Fragen, die sich lautstark in meinen Gedanken tummeln. Sie zupfen und zerren an mir, grätschen in die Lücke zwischen Ein- und Ausatmen, stören jede Form von kurz erlebter Stille.
Vielleicht wachen wir an einem klirrend kalten Wintermorgen auf und all die Fragen sind beantwortet. Vielleicht hören wir irgendwann auch einfach damit auf, immer neue zu stellen. Wohl eher nicht. Fragen beschäftigen, halten Möglichkeiten offen, beinhalten – theoretisch gesehen – immer auch Chancen. Antworten unterbrechen, schliessen ab, markieren Endpunkte.
Ein leises Seufzen entweicht meinem Mund. Mit unbeantworteten Fragen leben lernen, sie (da) sein und ihnen ein Stück weit Raum lassen…
Für den Bruchteil einer Sekunde glaube ich, einen Sonnenstrahl die gedankliche Szenerie kaum merklich erhellen zu sehen. Einen Augenblick später scheint es, als wäre nichts gewesen. Ich lasse es so stehen.
Kommentare
Michael
Fragen offen lassen, so wie man Fenster offen lässt, um der frischen Luft willen, so wie man Türen offen lässt, um der Freiheit willen, zu gehen wohin auch immer... Liebe Emma! Deine Texte sind mir Inspiration und Heimat zugleich, ich danke […] WeiterlesenFragen offen lassen, so wie man Fenster offen lässt, um der frischen Luft willen, so wie man Türen offen lässt, um der Freiheit willen, zu gehen wohin auch immer... Liebe Emma! Deine Texte sind mir Inspiration und Heimat zugleich, ich danke Dir von Herzen! Read Less
Emma denkt.
to Michael
Was für ein schönes gedankliches Bild! Ich danke dir, lieber Michael.
Franzi
❤️
Emma denkt.
to Franzi
Merci, liebe Franzi.