Vielleicht einfach müde

Ich liege bäuchlings im Gras,
die Novembersonne kämpft sich
durch schwere Schichten
aus Nebel immer näher
an mein Bewusstsein heran.

Den Kopf auf meine vor mir
zusammengefalteten Hände gestützt,
denke ich darüber nach,
wohin Fragen verschwinden,
sobald sie beantwortet wurden
und ob man tatsächlich
losgegangen sein muss,
um ankommen zu können.

Ich frage mich vieles
und noch mehr stelle ich mir vor,
an zäh voranschreitenden Tagen
und in schlaflosen Nächten.

Ich habe früh bemerkt,
dass etwas vom Schönsten und
Mächtigsten,was ich besitze –
und zugleich, was meine Tage
mitunter schmerzhaft und
schwierig gestaltet –
die unerschöpfliche
Vorstellungskraft ist, die meinen
Gedanken entspringt.

Darüber hinwegsehen lässt
sich für gewöhnlich bis da,
wohin die Blicke anderer reichen.
Dahinter türmen sich
gefühlte Realitäten auf,
die kaum weniger miteinander
zu tun haben könnten und
dennoch Teil eines
grösseren Ganzen sind.

Widerstrebend miteinander
ringend in manchen Augenblicken.
Versöhnlich – oder vielleicht
einfach müde – in anderen.

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